MTB-Bundesliga: Morath düpiert Konkurentinnen - Aufholjagd von Milatz endet mit Sieg

Start der Männer in Bad Säckingen. Foto: Thomas Weschta
Start der Männer in Bad Säckingen. Foto: Thomas Weschta
01.04.2013 | Bad Säckingen (rad-net) - Adelheid Morath und Moritz Milatz haben in Bad Säckingen den Auftakt zur MTB-Bundesliga gewonnen. Morath setzte sich vor der Schweizerin Katrin Leumann und der Schwedin Alexandra Engen durch, die Sabine Spitz im Sprint auf Platz vier verwies. Europameister Milatz besiegte vor mehreren tausend Zuschauern den Schweden Emil Lindgren und den überraschend starken U23-Meister Markus Schulte-Lünzum aus Haltern.

Mehr als ein Geheimtipp war Morath vor dem Bundesliga-Auftakt nicht. Die Freiburgerin war nach eigenen Aussagen «super nervös» vor dem Start, nicht zuletzt der Strecke wegen, die ihr eigentlich gar nicht entgegen kommt. Morath bildete bereits in der ersten Runde mit Kathrin Stirnemann und Katrin Leumann eine dreiköpfige Spitzengruppe. Die beiden Schweizerinnen waren in den technischen Passagen stärker, Morath in den Anstiegen. Stirnemann erlitt in der zweiten von fünf Runden einen Hinterrad-Defekt und musste ihre Hoffnungen aufs Podest begraben. Leumann schloss immer wieder die Lücken, die Moraths kraftvoller Tritt gerissen hatte.

«Irgendwann hatte ich die Energie nicht mehr dazu», erklärte Leumann. So entfernte sich Morath und fuhr bis ins Ziel einen satten Vorsprung von 43 Sekunden heraus. «Ich bin so happy. Damit hätte ich auf dieser Strecke nie gerechnet, weil ich technisch immer noch Defizite habe. Aber ich habe versucht ruhig zu bleiben und meinen Rhythmus zu fahren. Es ist unglaublich», freute sich die Deutsche Vizemeisterin nach ihrem zweiten Bundesliga-Sieg ihrer Karriere.

Leumann zeigte sich mit ihrem zweiten Rang durchaus zufrieden: «Ich war in den technischen Passagen viel schneller als Adelheid, aber ich wusste nicht wie lange ich das Tempo durchhalten würde. Ich bin froh, dass wir so einen Abstand nach hinten hatten. Die Strecke ist unglaublich, sie ist wunderschön und bei jedem Wetter fahrbar.»

Ihre Ghost-Teamkollegin aus Schweden schnappte Sabine Spitz auf der Zielgerade im Sprint noch den dritten Podestplatz weg. Alexandra Engen hatte sich in der Verfolgergruppe befunden und schien auf dem Weg den Anschluss an die Spitze herzustellen, doch dann stürzte sie. «Ich wollte eine Stelle mal extra schnell nehmen und schon ist es passiert», erklärte Engen, warum sie vorübergehend auf Rang sechs zurück fiel. Sie kämpfte sich mit der besten Schlussrunde aber nochmal an Spitz heran, die sich ihrerseits gerade Ex-Weltmeisterin Irina Kalentieva entledigt hatte. Gemeinsam kamen die Lokalmatadorin und die Schwedin auf die Zielgerade. «Es ist unglaublich, wie Alex in so einer Situation noch mal über sich hinaus wachsen kann», zeigte Sabine Spitz Respekt. «Ich bin nicht unzufrieden. Ich hatte den typischen Blutgeschmack im Mund, den man hat, wenn man noch keine Intensitäten trainiert hat. Ich konnte hier keinen Sieg erwarten, obwohl ich lange in Schlagdistanz war», meinte Spitz, die am Ende 1:42 Minuten Rückstand hatte.

Im Herren-Rennen komplettierte Moritz Milatz den südbadischen Triumph. Der Europameister hatte am Start Probleme, weil er mit dem Fuß auf dem Teer wegrutschte. Seine Position verschlechterte sich innerhalb des 80-köpfigen Herrenfeldes, 30 Sekunden Differenz hatte er nach einer halben Runde, doch schon nachdem die erste von sechs 3,9-Kilometer-Schleifen beendet waren, war zu erkennen, dass mit Milatz an diesem Tag zu rechnen war. Bei der Zieldurchfahrt waren es nur noch 18 Sekunden. «Als der Abstand geringer wurde, da wusste ich, dass heute was drin ist. Das war super für die Motivation. Ich war die ganze Zeit voll konzentriert», erklärte Milatz. Dennoch benötigte er drei Runden, ehe er zu dem verbliebenen Führungstrio aufschließen konnte.

Emil Lindgren, der Schweizer Nicola Rohrbach und überraschenderweise auch Markus Schulte-Lünzum hatten ein Spitzentrio gebildet, nachdem Thomas Litscher aus der Schweiz aus der Spitzengruppe zurückgefallen war.

Als Milatz vorne angekommen war, ging er gleich an die Spitzenposition. «Das Tempo war mir zu langsam und als ich meinen Rhythmus weiter gefahren bin, habe ich gemerkt, dass die anderen Probleme bekommen. Normalerweise hätte ich bis zur letzten Runde gewartet, aber auf dem Kurs bringt es dir nichts, in der Gruppe zu fahren», erklärte Milatz.

Während Rohrbach zurück fiel, kämpften Lindgren und Schulte-Lünzum lange Zeit zäh um den Anschluss. Der Abstand wuchs auf maximal 20 Sekunden an, doch sicher konnte sich Milatz nie fühlen. Am Ende überquerte der dreifache Deutsche Meister die Ziellinie nach 1:18:36 Stunden mit zehn Sekunden Vorsprung auf Lindgren und 18 Sekunden vor Schulte-Lünzum. «Es war mein erstes Saisonrennen und am Anfang waren die Beine noch schwer, aber danach haben sie sich super angefühlt. Es ist natürlich ein super Start in die Saison und gibt mir einen zusätzlichen Motivationsschub», erklärte Milatz.

Lindgren, der im Ziel schon mehr der Geburt seines zweiten Kindes entgegen fieberte, bekannte, dass «Moritz super stark war». Er habe sich auf dem Kurs und bei den Bedingungen sehr wohl gefühlt, so der Skandinavier, der zwischenzeitlich schon mal zehn Sekunden Vorsprung hatte, die aber durch einen Fehler wieder verlor. «Trotzdem, es war ein gutes Rennen für mich.»

Das war es auch für Markus Schulte-Lünzum. Der 21-Jährige aus Nordrhein-Westfalen bestätigte seine Rolle als große deutsche Nachwuchshoffnung. Rang drei war das beste Bundesliga-Resultat für den Deutschen U23-Meister, der sich aber schon der Eliteklasse stellt. «Das war irgendwie Wahnsinn, dass ich bis zum Schluss mithalten konnte. Ich wusste, dass ich gut drauf bin, aber Platz drei ist super cool», freute sich Schulte-Lünzum.

Die Mitfavoriten Mathias Flückiger und Fabian Giger erwischten keinen guten Tag. Giger wurde nach schlechtem Start noch Achter, während Mathias Flückiger als Zwölfter ins Ziel.

Im Rennen der Juniorinnen setzte sich Vize-Weltmeisterin Sofia Wiedenroth durch. Sie setzte sich früh an die Spitze und dominierte das Rennen mit ihrer tollen Fahrtechnik. «Auf diesem Kurs musst du immer hoch konzentriert sein. Fehler sind hier schnell passiert. Aber ich bin gut durchgekommen», strahlte Wiedenroth, die im Ziel 44 Sekunden Vorsprung auf die Österreicherin Nadja Heigl verbuchte. Sarah Bauer überraschte auf Rang drei. «Es lief heute ziemlich gut, obwohl es eigentlich gar nicht so sehr meine Strecke ist», erklärte Bauer.

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